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XXL-Solarpark an landschaftlich wertvoller Stelle ca. 200 Meter über dem Remstal – AfD im Verband Region Stuttgart lehnt dieses Vorhaben als einzige Fraktion ab!

Das Großprojekt „Solarpark Schönbühl“ auf den Gemarkungen Weinstadt und Remshalden soll noch größer werden als ursprünglich geplant.

Im April 2023 fand der letzte wichtige Notartermin statt, der den Kauf der Flächen des ehemaligen Jugendheims Schönbühl durch die Weinstädter Stadtwerke final besiegelte. Nach jahrelangem Tauziehen mit dem Eigentümer, einem Unternehmer aus Kaisersbach, der auf dem Areal einst bis zu 250 Wohneinheiten errichten wollte, verkündete der Weinstädter Oberbürgermeister Michael Scharmann stolz: „Endlich gibt es eine vernünftige und auch zukunftsweisende Lösung für den Schönbühl“. Kurz nach Kaufabschluss wurde kommuniziert, den Park exklusiv auf den Flächen des ehemaligen Jugendheims errichten zu wollen.

Doch die Planung hat sich nunmehr erheblich verändert. Das ursprüngliche Vorhaben, den Solarpark auf das mit ca. 15 Hektar bereits großzügige Areal zu begrenzen, wurde durch Beschluss des Weinstädter Gemeinderats abgeräumt: Das Gremium entschied im Juli 2025, auch das nördlich ans Areal angrenzende und als Nordhang zum Remstal hin abfallende Gelände im Gewann „Ellenrain“ in die Planungen miteinzubeziehen. Durch den Einbezug dieses Gebiets vergrößert sich der geplante Solarpark um weitere 7 Hektar – auf dann insgesamt 22 Hektar, die mit Solarmodulen und zugehöriger Infrastruktur bebaut werden sollen. Dabei galt das Projekt schon in seiner ursprünglichen Dimension als größtes seiner Art in der Region Stuttgart.

Am 22. April 2026 hatte der Planungsausschuss des Verbands Region Stuttgart über die Änderung des Flächennutzungsplans und den Bebauungsplanentwurf zu entscheiden. Das Gebiet im Gewann „Ellenrain“ liegt in einem regionalen Grünzug. Eigentlich gelten für diese besonders schützenswerten Flächen klare Kriterien: Nach der seit 1. April 2026 gültigen Regelung wird der Bau von Freiflächenanlagen in regionalen Grünzügen zwar erlaubt; allerdings nur, sofern der beabsichtigte Standort nicht in exponierten Bereichen mit hoher oder sehr hoher Landschaftsbildqualität liegt. Gemäß offizieller Landschaftsbildanalyse ist beim Gebiet im Gewann „Ellenrain“ aber eine „hohe Landschaftsbildqualität“ klar gegeben!

Quelle: https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.grossprojekt-in-weinstadt-weg-frei-fuer-solarpark-auf-dem-schoenbuehl.86d6316f-7db6-4109-ae90-25c5ce15efdd.html

Die Planer wollen sich nun eines Kniffs bedienen: Die neue Freiflächenanlagen-Regelung enthält nämlich ein Schlupfloch, wonach „substanzielle Maßnahmen zur Reduzierung der beeinträchtigenden Wirkung auf die Wahrnehmbarkeit“ ergriffen werden können, um auch in einem regionalen Grünzug mit hoher Landschaftsbildqualität bauen zu dürfen. Im Fall des „Solarparks Schönbühl“ könnten hierfür schlichte Heckenpflanzungen wohl bereits genügen – wobei diese jedenfalls nicht allzu hoch werden dürften, damit sie die Solarmodule nicht verschatten.

Die vier AfD-Vertreter des Planungsausschusses des Verbands Region Stuttgart haben gegen die Änderung des Flächennutzungsplans und des Bebauungsplanentwurfs ihr Veto eingelegt. Das Gebiet im Gewann „Ellenrain“ wäre, anders als das Areal des ehemaligen Jugendheims, in Hanglage und somit vom Tal aus sichtbar. Niedrige Heckenpflanzungen könnten dies nicht kaschieren; abgesehen vom Schaden, der diesem wertvollen regionalen Grünzug durch eine großflächige Bebauung mit Solarmodulen zugefügt werden würde!

Die AfD-Fraktion lehnt einen solchen die regionale Natur schädigenden XXL-Solarpark, der selbst in 22-Hektar-Ausführung gerade einmal 20 Megawatt elektrische Spitzenleistung liefern würde, ab. Zum Vergleich: Der im April 2023 stillgelegte Kernkraftwerksblock Neckarwestheim II lieferte auf einer ähnlich großen Fläche 1.310 Megawatt elektrische Leistung – nicht als Spitzenleistung unter Idealbedingungen, sondern grundlastfähig, wetterunabhängig, 24 Stunden täglich. Die AfD-Fraktion hält die Planungen in der gegenwärtig vorliegenden Form also weder für vernünftig noch für zukunftsweisend!

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