Information zur Tauglichkeit der regionalen Gasversorgungsnetze für die Zumischung von Wasserstoff

Antrag: Die Verbandsgeschäftsstelle wird beauftragt, Folgendes zu prüfen und bei den lokalen Gasversorgern zu erfragen:

  1. Eignung der regionalen Erdgasversorgungsnetze für die Einleitung von Wasserstoff mindestens bis zu einer Konzentration von 9 %,
  2. Einschränkungen durch besondere Verbraucher wie z. B. CNG-Tankstellen oder industrielle Thermoprozessanlagen,
  3. Aufwandsabschätzung einer ggf. erforderlichen Ertüchtigung der Versorgungsnetze und zur Ermittlung der geänderten Abrechnungsbrennwerte in den Brennwertzonen.
    Begründung: Für die Gesamtenergiebilanz des Energieträgers Wasserstoff sind dessen Erzeugung, Transport und Speicherung wesentliche Faktoren. Gleichzeitig ergeben sich durch die Flüchtigkeit von H2 und dessen geringe volumetrische Energiedichte neue Herausforderungen. Hierbei sind Ansätze, vorhandene Infrastruktur für Transport und Speicherung zu nutzen, besonders geeignet für einen kosteneffizienten und zeitnah umsetzbaren Einstieg in eine Wasserstoffwirtschaft. Der aus Erneuerbare-Energien-Strom (EE-Strom) in Power2Gas-Anlagen regenerativ erzeugte Wasserstoff kann über die vorhandene Gasverteilungsinfrastruktur verteilt und -konzentrationsabhängig – durch vorhandene Gasanwendungstechnik direkt genutzt werden. Durch die H2-Einspeisung ist eine weitere Dekarbonisierung der Gasversorgung (neben der gängigen Biogaseinspritzung) möglich. Das Gasnetz dient so als Speicher und Transportnetz gleichermaßen und entlastet indirekt die Stromnetze. Eine H2-Zumischung in das Methan in der Größenordnung von 9 % bietet dabei den Vorteil unveränderter Sicherheitsanforderungen und ist bereits laut jetzigem DVGW-Regelwerk möglich. Bei der Verbrennung des Mischgases gibt es nur geringe Veränderungen bei Brennwert und relevanten Abgaskonzentrationen (bei verbesserten CO-Emissionen). Die Praxistauglichkeit der Wasserstoffbeimischung (= sicherer und zuverlässiger Gerätebetrieb) wurde durch Feldtests in einem Verteilnetz mit vielfältigen Endgerätetypen (bei unveränderten Einstellungen) bereits nachgewiesen.
    Quelle: „Untersuchungen zur Einspeisung von Wasserstoff in ein Erdgasnetz“ von Dr. Dörr, Kröger et al. 11/2016.

Ähnliche Beiträge

  • | |

    Antrag NaturRegion abgelehnt – ohne Debatte!

    Unser Antrag zur NaturRegion in Ergänzung zur bestehenden SportRegion und KulturRegion wurde ohne Debatte abgelehnt. Warum? Nun ja, wer Waldflächen abholzen und Flächen versiegeln will, fühlt sich vermutlich von einer NaturRegion und dem Schutz der Natur gestört. Die Ablehnung bedeutet einen herben Rückschlag für alle, die Natur und Lebensqualität in der Region für wichtig erachten. Unser…

  • Regionale Patenschaft mit Afrika

    Bildung und Teilhabe sind ein Schlüssel zu Wohlstand, Sicherheit und Frieden. In Afrika ist er sehr vielen Menschen verwehrt. Dies führt in Folge der unter anderem zu erheblichen Wanderungsbewegungen, welche wiederum Todesopfer bei den Migranten bedingen und in vielerlei Hinsicht zur Belastung für die Aufnahmeländer werden. Wir erachten es für wichtig, dass auch die Region…

  • Mittelzuweisung KulturRegion Stuttgart e. V.

    Die KulturRegion wird 2017 mit dem Projekt ‚Klartext‘ den Sprachgebrauch in Politik, Kultur und Alltag einer kritischen Reflexion unterziehen. Diese Aufgabenstellung kommt genau zur rechten Zeit – wegen der IBA. Denn wie bereits in der Stuttgarter Zeitung vom 15.10.2016 treffend kommentiert wurde: es bedarf für eine gedeihliche gesellschaftliche Debatte zur IBA „…einer klaren Sprache, die…

  • Corona-Auswirkungen auf S-Bahnen

    Antrag: Die Regionalverwaltung möge halbjährlich über den Auslastungsgrad der S-Bahnen berichten, aufgeschlüsselt nach Haupt- und Nebenzeiten. Begründung: Die teils widersprüchlichen Maßnahmen im Zuge der Corona-Pandemie haben zwangsläufig erhebliche Auswirkungen auf die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel. Der Auslastungsgrad der S-Bahnen ist ein messbarer, wenngleich indirekter Parameter der „gefühlten Erkrankungssorgen“ der Menschen in der Region. Je unsicherer…

  • Auflistung freier Verkaufs- und Büroflächen

    Antrag: Die Regionalverwaltung möge als Gesamtübersicht nach Kreisen geordnet die ihr bekannten freien Verkaufs- und Büroflächen darstellen. Begründung: Wir sind den nachfolgenden Generationen gegenüber verpflichtet, mit dem Verbrauch von Grund und Boden sparsam umzugehen. Nun existiert in der Region einerseits eine starke Nachfrage nach Büro- und Verkaufsflächen, andererseits gibt es beträchtliche Leerstände – wir alle…

  • Flächenverbrauch durch Windenergieanlagen

    Antrag: Die Regionalverwaltung möge jährlich über die Gesamtfläche berichten, die für Windenergieanlagen in der Region beansprucht und genutzt werden, ebenso über die durch diese Anlagen gewonnene Strommenge. Begründung: Bei jeder neubeantragten Windenergieanlage wird von einigen Seiten deren zukunftsweisende Bedeutung hervorgehoben. Diese Behauptung sollte jedoch anhand von Parametern überprüft werden. Dazu sind der Flächenverbrauch (auch der…